Weniger ist mehr: Plädoyer für das hilfreiche Handout

Es ist so verführerisch leicht – ein paar Klicks und aus dem PowerPoint-Vortrag entsteht ein Handout. Fertig ist unsere Arbeit.

Ist dieses Handout auch verführerisch leicht verständlich, wenn man es als Teilnehmer später noch einmal zur Hand nimmt? Wie könnte man einfach hilfreiche Handouts erstellen? Ideen dafür bietet ihnen dieser Blogpost.

 

Papierstapel oder Tischvorlage?

Vermutlich würde man nicht so leicht „Ja!“ rufen, wenn einen jemanden fragt, ob man PowerPoint liebt. PowerPoint liebt man etwas beschämt. Man nutzt es, durchaus auch öffentlich, doch man tritt nicht unbedingt in Gesprächen dafür ein 😉 Da nehme ich mich nicht aus.

Wir wissen, wenn wir etwas zeigen können, erhöht sich die Chance, dass es im Gedächtnis bleibt. Nur was zeigen wir da so … Oft ist das schon mal eher nicht hilfreich. Und dann klicken wir noch eben schnell und aus den Folien wird ein Handout. Im besseren Fall nicht mit jeder Folie einzeln.

Handout Zitat Garr Reynolds
… und dies hilft hinterher eher nicht

Ich gebe manchmal Arbeitsblätter hinzu, um bessere Hilfen zu geben. Doch der Verführung zum PowerPoint-Handout, konnte ich mich auch nur selten entziehen. Hilfreich für die Empfänger der Botschaften ist das nicht. Das sehe ich vor allem heute, da ich immer mehr Kunden bei der didaktischen Reduktion ihrer Inhalte unterstütze, um ihre Kommunikations- oder Wissenstransfer-Ziele zu erreichen. Durch PowerPoint-Handouts arbeitet man sich nach einem Vortrag nur noch im Notfall. Auch wenn man die “Tonspur” in Form der Notizen dazugibt, sie sind keine einfache Kost.

Also, auf geht’s mit Gandhi:

„Be the change that you wish to see in the world.“

– auch beim Handout.

Weniger ist mehr. Also die Rückbesinnung auf die Tischvorlage:

„Eine Tischvorlage ist in der Hochschul- und Verwaltungssprache ein kurzes Dokument von meist ein bis zwei Seiten im A4-Format, das vor dem Beginn eines Vortrags allen Zuhörern zur Verfügung gestellt wird. Es soll die Informationsaufnahme, die anschließende Diskussion und die möglicherweise aus dem Vortrag folgenden Entscheidungen erleichtern.“

(Wikipedia, 2007)

 

Die gute Tischvorlage – das hilfreiche Handout

Wie es die Definition oben schon beschreibt, ist eine Tischvorlage kurz. Manchmal begegnen uns im Alltag Varianten davon als sogenannter Einseiter und sogar als Infografik. D.h. sie scheint machbar – die maximal 2 seitige Tischvorlage.

Und ganz unbekannt ist sie uns vielleicht nicht. Vielleicht hatten wir das in der Schule, wie dieses sehr sympathische Video erklärt:

Das 1×1 der Tischvorlage*

Oder diese übersichtliche Anleitung aus der Universität München.

Entsprechend der Ziele und der Zielgruppe Ihres Vortrages bietet die Tischvorlage die notwendige Essenz Ihres Vortrages – die minimale effektive Dosis (MED) an Informationen. Inhaltlich und optisch passend aufbereitet. Ergänzend zu den Hinweisen im Video oben und der Anleitung darunter bietet Ihnen mein Blog viele Tipps zu Gestaltungsdetails.

Wenn Sie dann Zuhörern auch noch erleichtern, mitzuschreiben, bleiben Sie unvergessen.

Der Preis dafür, ist gar nicht so hoch. Denn Sie können ja durchaus – in verträglicher Dosis – Inhalte aus den Folien in die Tischvorlage kopieren und dann einfach noch anpassen.
Das so entstandene Handout ist dann auch ein gratis Checkpunkt für Sie, ob Ihr Vortrag beim Thema bleibt und gut strukturiert ist.
Sind Sie Veranstalter, geben Sie diese Tipps freundlich formuliert an Ihre Referenten weiter.

 

Arbeitsblätter, Checklisten – die hilfreichen Handout-Ergänzungen

Wenn Sie diese ohnehin schon einmal erstellt haben oder später wieder mal brauchen können, helfen ergänzende Lern- und Arbeitsmaterialien – ausgedruckt oder mit kurzen Links zu mehr – den Teilnehmern von Ihnen zu lernen.

Durchdacht geplant, erfordert dies wenig Mehraufwand.

Machen Sie mit, lassen Sie Wissen fließen. Bleiben Sie besser in Erinnerung. Auch nach Ihren Vorträgen.

 

Quellen
Abbildungen oben Webinar von duerte.com mit Scott Stiefvater am 10.3.2017

* Ich bin allerdings dafür Wikipedia zu zitieren und tue das auch hier:
(Wikipedia, 2007) Steinberg, Peter et al. (2007) Tischvorlage. Angerufen in der Version vom 20.4.2014

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