Canvas-Wissenslandkarte: ein Format für mehr Erkenntnisse

Ich habe hier im Wissensblog  bereits zwei Artikel zu Canvas-Wissenslandkarten geschrieben.  Darin zeige ich, wie sie beim Denken helfen – generell und zum Beispiel für bessere Entscheidungen. Heute geht es um Qualitätsunterschiede bei Canvas-Formaten. Unterschiede für mehr Nutzen.

 

Die Evolution der Canvas-Wissenslandkarte

Alexander Osterwalder und Yves Pigneur starteten dieses Wissenslandkarten-Format mit dem Business Model Canvas. Damit visualisiert ein durchdachtes Template eine komplexe Idee/Strategie. In diesem Fall ein Geschäftsmodell.

Inzwischen gibt es ein große Zahl von Canvas-Formaten für viele verschiedene Zwecke. Unter anderem vom Knowledge Sharing Canvas über den Storytelling Canvas bis zum Social Media Canvas. Ich sammle sie, weil ich visuelles Denken hilfreich finde. Gemeinsam oder allein bekommt man einen Überblick und sieht gleichzeitig Details.

Natürlich wende ich sie auch an und sehe, was wie nützt. Da gibt es Unterschiede. Meinen Blick auf die Canvas-Formate hat im Frühjahr einer meiner Master-Studenten kritischer gemacht.
Und ich habe erkannt, der hilfreichere Canvas leistet mehr als ausfüllbare Kästchen einer Checkliste nebeneinander zu setzen. Diese Aspekte charakterisieren meiner Meinung nach den MehrWertCanvas:

  1. Er bietet eine Dramaturgie der Kästchen. Dies kann zu noch mehr/besseren Erkenntnissen führen.
  2. Er hilft dem Denken weiter mit entsprechender visueller Strukturierung (siehe 1. Beispiel unten) oder mit einer Metapher (siehe 2. Beispiel unten).
  3. Er wird optimiert entsprechend eigener Erkenntnisse und dem Feedback der NutzerInnen.

Canvas-Wissenslandkarte Story Canvas
Beispiel: die Reise der Geschichte und ihr Fundament

 

Beispiel Empathy Map

Es war einmal die Idee von Dave Gray und XPLANE, sich in eine Zielgruppe einzufühlen.  Sie entwarfen dafür die Empathy Map. Diese „has succeeded beyond our wildest dreams.“ (Gray, 2017)

Ich habe gute Erinnerungen an die Nutzung dieser Canvas-Wissenslandkarte. Zum Beispiel 2012. Ein Training mit Kunden zu visueller Kommunikation zu einer schwer zu motivierenden Zielgruppe. Wir hatten den Canvas auf Packpapier aufgehängt und grübelten uns vorwärts. Bis ein Mitarbeiter aufstand und schweigend ein Post-it mit nur einem Wort in das Was denkt er-Feld klebte. So bekamen wir unseren Ansatzpunkt für die Kommunikation!

Empathy Map Canvas-Wissenslandkarte

Dave Gray hat gerade den Empathy-Canvas optimiert.

Davon kann man für eigene Canvas-Templates und visuelles Denken lernen:

  • + Ziel des Ausfüllens inkludieren. Ein SMARTEs Ziel bitte.
  • + Dramaturgie. Abschnitte durchnummerieren. Das geleitet entlang der notwendigen Denkreihenfolge.
  • + Kategorisierung der Felder.
    Was man beobachten kann – außen.
    Was man nur zu erahnen versuchen kann – innen.
  • + Fragen, die zum Nachdenken anregen.

 

Lessons Learned

Ein Canvas kann mehr, wenn man die o.g. Inspirationen beachtet.

  1. Nutzen Sie Canvas-Formate? Geben Sie den Erstellern Feedback!
  2. Haben Sie eigene Canvas-Formate entwickelt? Halten Sie Lessons Learned aus der Nutzung fest. Und optimieren Sie den Canvas.
  3. Planen Sie ein Canvas-Format zu entwickeln? Legen Sie sich die Latte hoch.

Und wenn Sie meine persönliche Best of Canvas-Liste – mein Meta-Canvas – interessiert, schauen Sie hier wieder vorbei. Auch er ist in Vorbereitung.

Quelle:
(Gray, 2017) Gray, Dave (2017) Updated Empathy Map Canvas. In: Medium

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerkenMerkenMerken

3 Kommentare

  1. Maja Härri 27/07/2017 um 18:16 Uhr

    Gefällt mir sehr gut – hätte ich gerne noch mehr davon

  2. Annette Hexelschneider 01/08/2017 um 11:37 Uhr

    Freut mich. Mehr folgt diesen und nächsten Monat.

  3. […] Was einmal mit dem Business Model Canvas begann, ist inzwischen Canvas-Vielfalt geworden. Dabei kristallisieren sich Qualitätsunterschiede heraus. Die ich hier beleuchte. […]

Hinterlassen Sie einen Kommentar